In meinen Newslettern gebe ich Dir Einblicke in meine Arbeit als Landtagsabgeordnete für meinen Stimmkreis Kronach-Lichtenfels sowie meine Betreuungsstimmkreise Coburg, Forchheim und Bamberg-Stadt und -Land. Auch während der Sommerpause des Landtags bleibt die Politik nicht stehen und es hat sich in den letzten drei Monaten einiges getan.
Sommerempfang des Bayerischen Landtags
Kurz vor der parlamentarischen Sommerpause lud der Bayerische Landtag am 21.07. zu einem Sommerempfang ein. Die Abgeordneten und zahlreiche Gäste kamen hierfür in den Park des Neuen Schlosses Schleißheim. Ich habe zur Veranstaltung unter dem Motto „Ehrenamt im Sport“ unter anderem Jan Fischer eingeladen, welcher als Tischtennisspieler und Mannschaftsführer beim FC Nordhalben e. V. tätig ist. Außerdem habe ich drei ehrenamtlich tätige Kommunalpolitiker:innen aus Oberfranken mitgebracht: Stefanie Kübrich (Geschäftsleitung für Markt Nordhalben), Stephanie Hartmann-Erdal (Beisitzerin Kreisverband Bayreuth-Land) und Holger Jakob (Ortsvereinsvorsitzender Bad Staffelstein). Sie waren alle jeweils Kandidatinnen und Kandidaten für verschiedene Ämter bei den Kommunalwahlen 2026.

Nach einem anstrengenden Wahlkampf finde ich es wichtig, dass auch diejenigen für ihren Einsatz Anerkennung finden, die letztlich unterlagen. Auch wenn es nicht für ein Amt gereicht hat, haben meine drei Gäste alles im Wahlkampf gegeben. Dieser unermüdliche Einsatz für die Sache macht das Ehrenamt aus, es geht nicht allein um Erfolg oder Niederlage. Stephanie brachte es gut auf den Punkt, als sie sagte, dass es um das Miteinander geht und um den Willen, die Kommune voranzubringen. Gute Kommunalpolitiker:innen kämpfen für ihre Kommunen und setzten sich unaufhörlich für die Menschen vor Ort ein, und dafür braucht es unerschöpfliche Motivation und die ständige Bereitschaft zum Einsatz. Es war mir eine große Freude, zusammen mit so engagierten Gästen einen schönen Abend mit vielen interessanten Gesprächen zu verbringen.

Reformpläne zum Wohngeld
Die Bundesregierung ist aktuell bemüht, ein umfassendes Reformprogramm für Deutschland umzusetzen. Doch Teile dieses Reformprogrammes stießen bei mir auf Unverständnis. Unter anderem wurde bekannt, dass eine Reform des Wohngeldgesetzes geplant ist. Neben einigen durchaus sinnvollen Änderungen sind allerdings auch tiefgreifende finanzielle Einschnitte für die Wohngeldempfänger geplant. Nicht nur sollen die Bezüge gekürzt werden und die Heizkostenpauschale halbiert werden, sondern durch eine Änderung bei der Wohngeldformel würden zahlreiche Haushalte vollständig ihren Anspruch auf Wohngeld verlieren. Dies in Kombination mit rasant steigenden Energiekosten und ungebremsten Mietkostensteigerungen wäre eine Katastrophe für diejenigen in unserer Gesellschaft, die dringend auf diese Hilfen angewiesen sind. Auf der Konferenz der Fachsprecher für Wohnen, Bau und Verkehr im Juni sprach ich deshalb Bundesbauministerin Verena Hubertz direkt auf die geplanten Änderungen an. Ich bekam viel Zuspruch für meine Kritik von den anwesenden Experten, aber ein Einlenken seitens des Bundesministeriums wurde nicht in Aussicht gestellt.
Dieses Thema lies mich seitdem nicht mehr los, denn eine radikale Kürzung bei einigen der Ärmsten in unserer Gesellschaft entspricht nicht meinem Verständnis von sozialdemokratischer Politik. Ich richtete mich am 29. Mai in einem Schreiben direkt an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sowie Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas. Die Antwort aus dem Finanzministerium stelle klar, dass die Änderungen beim Wohngeld aus finanziellem Zwang heraus notwendig seien. Man setze stark auf die Erholung des Wohnungsbaus, welcher durch eine Erhöhung der Fördermittel und den Abbau von Vorschriften beschleunigt werden soll. Durch ein Ankurbeln des Wohnungsbaus erhofft man sich mehr bezahlbaren Wohnraum und hierdurch weniger Notwendigkeit für Wohnungsgeld.
Mein Schreiben „Bedeutung des Wohngeldes“:
https://drive.google.com/file/d/1WT4JM0_qRMKzA3oqdgRF_dnuL2u2QPoe/view?usp=sharing
Antwort Bundesminister Lars Klingbeil: https://drive.google.com/file/d/1JxPf3B2DB3AcXBwqoqvX_LvjxuaBhppK/view?usp=sharing
Ich stimme dem Finanzminister zwar zu, dass letztlich vor allem mehr bezahlbarer Wohnraum durch umfassenden Neubau geschaffen werden muss. Auch ich plädiere immer wieder dafür, mehr und schneller zu bauen, um die aktuelle Krise auf dem Wohnungsmarkt zu bekämpfen. Jedoch bin ich auch der Ansicht, dass es hier kein „entweder oder“ geben darf, sondern wir müssen gleichzeitig den Wohnungsbau beschleunigen und einkommensschwache Haushalte bei den Wohnkosten unterstützen.
Ende August veröffentlichte das Pestel-Institut seinen aktuellen Bau-Monitor, wonach erneut gegenüber dem Vorjahr weniger Wohnungen gebaut wurden. Zudem erreichte der bundesweite Bestand bei den Sozialwohnungen einen historischen Tiefstand, insgesamt bleibt der Wohnungsmarkt also extrem angespannt und die Mietkosten schießen weiter in die Höhe. Ich wollte in dieser Sache deshalb nicht lockerlassen und schickte am 27. August ein zweites Schreiben an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas, Bauministerin Verena Hubertz sowie den Fraktionsvorsitz. Darin forderte ich nochmals mit Nachdruck, dass die geplanten Änderungen in dieser Form nicht umgesetzt werden.
Mein Schreiben „Neustrukturierung des Wohngeldes“: https://drive.google.com/file/d/1UZu5SYzxidWcX4be3uoEv0ua7dSDqYmZ/view?usp=sharing
Antwort Parl. Staatssekretärin Sabine Poschmann:
https://drive.google.com/file/d/1KkOBFiJkk8_qHxt66qbYIH_UgBwgEOZ4/view?usp=sharing
Angesichts der steigenden Kosten für Miete, Lebensmittel und Kraftstoff sind die Kürzungen beim Wohngeld nicht zu rechtfertigen. Sie würden nur dazu führen, dass mehr Menschen in die Grundsicherung fallen, was nicht Sinn und Zweck der Sache sein kann. Eine Antwort auf mein Schreiben blieb bisher aus, allerdings stehe ich mit meiner Einschätzung nicht allein da. Am 11. September empfahlen der Ausschuss für Städtebau, Wohnungswesen und Raumordnung sowie der Ausschuss für Arbeit, Integration und Sozialpolitik im Bundesrat, den Gesetzesentwurf in dieser Form abzulehnen. In der Begründung werden viele der Kritikpunkte aufgezählt, die ich ebenfalls geäußert habe. Es bleibt also zu hoffen, dass die Änderungen beim Wohngeld jetzt überdacht werden. Ich werde auf jeden Fall an der Sache dranbleiben und werde nicht lockerlassen, bis alle Möglichkeiten meinerseits ausgeschöpft sind.
Ronja Endres zu Besuch im Landkreis Kronach
Eine besondere Besucherin kam am 11. August auf meine Einladung hin zu uns in den Landkreis Kronach: die Landesvorsitzende der BayernSPD, Ronja Endres. Zuerst ging es hierfür nach Wilhelmsthal, wo uns Bürgermeisterin Susanne Grebner im Rathaus empfing. Grebner, die im März 2026 mit über 80 Prozent der Stimmen wiedergewählt wurde, berichtete von ihren Erfahrungen als Frau in der Politik und zeigte, wie Bürgerinnen und Bürger in den acht Außenorten Verantwortung übernehmen.

Danach ging es weiter nach Pressig zu einem Rundgang durch das ASB-Seniorenzentrum Rothenkirchen. Hier sprachen wir mit Geschäftsführer Ingo Holzmann, welcher und von den Herausforderungen durch die neue Pflegegesetzgebung berichtete. Der ASB kritisiert den Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG): Die geplante Aussetzung der Tariftreuepflicht gefährde Arbeitsbedingungen, und zusätzliche Bürokratie treffe die Schwächsten härter.
Gemeinsam mit Ludwigsstadts Bürgermeister Timo Ehrhardt und dem zweiten Kronacher Bürgermeister Dr. Ralf Völkl besuchten wir anschließend den Caritasverband für den Landkreis Kronach e. V. unter Geschäftsführender Vorständin Cornelia Thron. Die Caritas bietet hier – von der Allgemeinen Sozialen Beratung über Wohnungslosenhilfe bis hin zu ambulanten Pflegediensten – umfassende Hilfe für Menschen in Not. Besonders hervorzuheben ist der Sozialladen „Lädla”, der rund 2000 Berechtigte mit Lebensmitteln versorgt. Mit einem einzigartigen mobilen Sozialladen erreicht die Caritas Menschen im ganzen Landkreis und hilft schnell und unbürokratisch.

Den Abschluss bildete eine Diskussionsrunde im Cafe Kitsch in Kronach mit knapp 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich sogar aus Coburg oder Hof nach Kronach auf den Weg gemacht hatten. Im Mittelpunkt standen die soziale Situation in Bayern und die Auswirkungen der aktuellen Bundespolitik auf Pflege und soziale Gerechtigkeit. Ronja Endres betonte, wie wichtig es sei, gerade in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche gemeinsam an einem Strang zu ziehen und sich für einen starken Sozialstaat einzusetzen. Vielen Dank an Ronja für diesen höchstspannenden Tag, hoffentlich bietet sich in der Zukunft nochmal die Gelegenheit, dich hier begrüßen zu dürfen.

Eindrücke von den Volksfesten im Landkreis
Juli und August sind jedes Jahr die Hochphase der Volksfeste, die vor Ort immer sehnlich erwartet werden. Sie sind ein Ort der Begegnung zwischen verschiedensten Menschen, fördern den Erhalt und den Austausch regionaler Kultur und bieten natürlich perfekte Gelegenheiten zum ausgelassenen Feiern. Hier sind ein paar Eindrücke von den verschiedenen Festen, die ich diesen Sommer besucht habe.
Am 12.07. war ich beim großen Festzug des Lichtenfelser Schützenfests. Es ist eines der größten und traditionsreichsten Schützenfeste am Obermain und ich freue mich jedes Jahr, wieder dabei zu sein. Ein Höhepunkt des Sommers im Landkreis Lichtenfels, 10 Tage lang verwandelt sich der Festplatz in einen Ort traditioneller fränkischer Festkultur.




Die Woche darauf am 19.07. besuchte ich den Festumzug des Ludwigsstädter Vogelschießens. Der Festumzug mit Fahnenabholung am Marktplatz ist einer der Höhepunkte dieses traditionsreichen Schützenfestes. Ich bedanke mit bei der Privilegierten Schützengesellschaft 1612 Ludwigsstadt und natürlich bei dem Ersten Bürgermeister von Ludwigsstadt, Timo Ehrhardt, für die Einladung.




Eine der größten Veranstaltungen der Region ist jedes Jahr die Kulmbacher Bierwoche. Zur Eröffnung der 75. Bierwoche am 25.07. durfte ich natürlich nicht fehlen, und auch der Ministerpräsident war zum Jubiläum mit dabei. Nach dem Empfang mit Standkonzert und Büttnertanz vor dem Rathaus folgte der Festzug zum Bierstadl auf dem EKU-Platz mit offiziellem Anstich durch den Oberbürgermeister Dr. Ralf Hartnack.



Tags darauf war ich beim 44. Altstadtfest in Bad Staffelstein, welches mit dem traditionellen Frühschoppen im historischen Rathaussaal begann. Dann folgte der historische Einmarsch, musikalisch begleitet vom Jugendspielmannszug „Sankt Otto“ aus Bamberg und ein Rundgang durch die historische Altstadt. Ein wunderbares Fest bei herrlichem Wetter mit vielen Attraktionen. Vielen herzlichen Dank an den Ersten Bürgermeister Mario Schönwald für die Einladung zu dieser ganz besonderen Veranstaltung.


Als Stadträtin in Kronach ist das Kronacher Freischießen jedes Jahr ein Höhepunkt. Das Freischießen ist das größte Schützenfest Oberfrankens und wird dieses Jahr zum 437. Male gefeiert. Am 13.08. wurde die fünfte Jahreszeit für Kronach auf dem Schützenplatz mit einem Bieranstich eingeläutet.


Der festliche Schützenauszug fand wenige Tage später am 16.08. statt, und auch hier war ich mit dabei. Nach dem Standkonzert auf dem Rathausplatz und der Begrüßung durch den ersten Schützenmeister Jörg Schnitzler und die erste Bürgermeisterin Angela Hofmann ging es zum Festplatz. Über 2200 Teilnehmer der Gast-Vereine und Musikkapellen zogen zusammen mit der Bürgermeisterin, unserem Landrat, den Stadträten und den Ehrengästen durch die Kronacher Altstadt zur Hofwiese. Der Weg war gesäumt von zahlreichen Kronacher Bürgerinnen und Bürgern und Besucherinnen und Besuchern, die dem Auszug begeistert folgten.





Meine Arbeit im Landtag
Von Anfang August bis Mitte September befindet sich der Landtag in der Sommerpause, aber es gibt trotzdem viel zu tun. Vier Anfragen zum Plenum waren in dieser Zeit möglich, und ich habe natürlich jede Gelegenheit genutzt. Zusätzlich konnte ich im dritten Quartal des Jahres noch eine schriftliche Anfrage einreichen und zwei Pressemitteilungen veröffentlichen, welche ich weiter unten verlinke.
- Schriftliche Anfrage: Brenner Nordzulauf: Wie geht es weiter und was kostet alles? (30.08.2026)
Pressemitteilung – SPD zum Wohnungsbau: Bayern muss seine finanziellen Spielräume nutzen:
https://bayernspd-landtag.de/presse/pressemitteilungen/?id=1212891
Pressemitteilung – SPD-Offensive für bezahlbare Wohnungen:
https://bayernspd-landtag.de/presse/pressemitteilungen/?id=1217126
Zum Schluss will ich kurz darauf hinweisen, dass ich Ende des Jahres wieder zu einer Fahrt nach München in den Landtag einlade. Die nächste Landtagsfahrt findet am 15. Dezember statt und bietet die Möglichkeit, einer Plenardebatte live zuzusehen. Da der Zuschauerbereich nur eine bestimmte Zahl an Plätzen bietet, ist die Gruppengröße auf 50 Teilnehmer begrenzt. Wer sich also noch einen der wenigen Plätze sichern will, kann sich gerne mit meinem Büro in Verbindung setzen.
Solidarische Grüße aus Kronach
Deine Landtagsabgeordnete
Sabine Gross